Das Schreiblabor der E.Tesaurus

Hallo, ihr Lieben
Ich habe mir die cheffehöchstpersönliche genehmigung geholt, hier einen neuen Spielplatz aufzumachen. Ich hatte ja schon ein paarmal den Versuch gemacht, die Geschichten aufzuschreiben, die mir immer mal durchs Hirn flitschen. Facebook (zu krakig), wordpress (Zu...gangsdaten verschusselt), lose Blattsammlung... nun also hier ein neuer Versuch. Ich  lege hier mal ein paar der alten Geschichten ab, vielleicht gefällt es Euch ja, dann kommt mehr.
Das Spannenste für mich wird sein, sie auf dem Smartphone niederzuschreiben, durchs T9 bekommt das immer noch mal einen ganz eigenen Drive :D
Nun denn, mögen die Spiele beginnen....:dafuer:

 

Zwanzig Cent

 

Die gut gekleidete Frau kam aus der Toilettentür und wusch sich die Hände. Sie überprüfte kurz im leicht angelaufenen Spiegel ihr Erscheinungsbild- an so etwas Intimes wie Make-up-Auffrischung war an diesem öffentlichen Ort nicht zu denken- und zog dann ihr Handy hervor, um sich die nächsten Schritte ihres ebenso perfekt durchgestylten Tagesablaufes noch mal in Erinnerung zu rufen. Sie war schon im Gehen, als eine dürre Stimme sie zurückhielt. "20Cent für die Benutzung, die Dame." Sie warf unwillig einen Blick zurück. Er fiel auf die ältere Frau, deren kittelbekleideter Körper zur Stimme passte. Die überraschend starken Arme steckten in grünen Gummihandschuhen, die sich farblich mit dem billigen Lippenstift bissen. Die stark ergrauten Haare standen wie Antennen in alle Richtungen ab. "Pardon?" Geringschätzig hob sich eine gezupfte Augenbraue. "Ich sagte, 20 Cent für die Benutzung." Umränderte Augen, in denen überraschende Klarheit stand, blickten unbeirrt zurück. "Wofür? Für die Benutzung einer öffentlichen Toilette? Sie werden doch sicher für ihren Job hier bezahlt!" Der Riemen der edlen Handtasche wurde zurechtgerückt, das Handy verschwand. "Und das sicherlich von Steuergeldern." "Klar doch." "Eben, warum benötigen sie dann meine 20 Cent?" Ihre Augen hielten die der Klofrau fest. Die blickte offen zurück. "Na, wegen der Zusatzleistung." "Wovon reden sie? Über den Seifenschaum? Den Händetrockner? Muss die Stadt ihre Bürger an den Energiekosten beteiligen?" "Nee, aber anner Entsorgung." Röte zog langsam über das Gesicht."Ich glaube es nicht! Meinen sie, meine Firma würde ihre Kunden an der Papierentsorgung beteiligen? Oder an der Verschrottung alter Geräte?" "Sie ham mich falsch verstanden. Es geht nicht um die Entsorgung ihrer...ähm...körperlichen Hinterlassenschaften, so würden se es wohl nennen." "Sondern?" "Es geht um das Andere, was se hierlassen." Die Businesslady warf einen genervten Blick auf ihre Uhr und lehnte sich dann kampfbereit mit verschränkten Armen gegen die Wand. "Ich bitte um Erklärung, und zwar rasch. Ich glaube nicht, dass ihr Chef es billigt, wenn sie die Kunden von ihrer Arbeit abhalten. Meiner hat dafür jedenfalls kein Verständnis." "Ich weiss." Wieder wurden Augenbrauen gehoben. "Sehen se, ich weiss Einiges über das ärgerliche Gespräch mit Ihr´m Chef heute morgen, über die Sorgen, die se sich über ihre Mutter machen, sogar über das Geschenk, dass se ihrer Lüttjen noch besorgen müssen." "Was erlauben sie sich? Spionieren sie Kunden aus? Das geht gegen meine persönlichen Daten und ich erwarte eine Erklärung!" Die Dame glühte inzwischen vor Zorn. "Nee, ich spioniere nicht. Ich hab das alles von ihnen selbst. Isses ihnen noch nie aufgefallen? Man erleichtert sich, wäscht sich die Hände, geht wieder raus und ist irgendwie aufgeräumter. Ich verrate es ihnen- die Leute lassen einfach einen grossen Teil ihrer schlechten Gedanken, ihrer Sorgen hier. Sie merken es garnich´, noch nich´ mal, dass es ihnen besser geht. Dafür sind diese Orte hier eigentlich gemacht, nich´nur zur Reinigung vom Körper." "Wollen sie tatsächlich ein öffentliches WC mit einem Beichtstuhl vergleichen?" "Das ham sie gesagt, nich´ich." Die jüngeren Augen blickten in die älteren, forschend, fasziniert, abschätzend. Deren Blick zeigte inmitten ihrer Klarheit plötzlich flüchtige Schatten von zuviel Gesehenem. Ganz wenig Funken von Schönem gab es darin. DIe Schatten umkreisten sich und wirkten unfassbar bedrohlich. Es ähnelte kurz einem tiefen Abgrund, in dem ein Unwetter tobte. Dann war der Augenblick vorbei und die Jüngere holte tief Luft. "Und sie entsorgen das..." fragte sie, langsam, begreifend. "So isses." "Wie?" "Das würde hier zu weit führen, belassen se´s dabei, dass sich hier ´ne Klofrau um den Dreck anderer Leute kümmert." Humor blitzte auf. "Immer noch langsam zog die Business-Lady ihr Lederportemonnaie hervor und entnahm ihm einen Schein. "Danke!"  Die ältere Frau nickte und lächelte fein.



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Kommentare

  • Zu dieser hier hätte ich eine weitere in der Hirnrinde...

    True Colours

     

    Er kniff leicht die Augenbrauen zusammen.

    Sein Studio, sein Leben, lag in einer kleinen Seitenstrasse, aber dank des legendären Rufes schneite zwischendurch auch einmal diese Art von Kundschaft herein. Jung, chemikalblond, kichernd und in grellen Farben leuchtend.

    Ja, auch das gehörte dazu... er tippte auf ein niedliches nicht zu grosses Piece am Bauch oder auf der Hüfte- Rose, Schmetterling, Delfin? Egal, sie war eine Kundin und er würde auch ihr das Tattoo ihrer Träume stechen, das war er "True Colours" schuldig.

    Die Kleine war -natürlich- mit ihrer Freundin da und gemeinsam blätterten sie in den zahlreichen Vorlagebüchern.

    Er starrte aus dem Fenster.

    Seine Gedanken schweiften ab. Wenn die Mädels wüssten, was es mit seiner Nadelkunst auf sich hat, würden sie wahrscheinlich unter ihrem perfekten Make-up verblassen und sich verdrücken.

    Er hat schon früh gespürt, welch altes Blut in ihm kreiste und hatte eine vage Ahnung, welche Macht das bedeutete. Die Grosseltern seiner Mutter gehörten zum fahrenden Volk, sein Vater war Sohn einer Maori.

    Von welcher Seite er die Fähigkeit geerbt hatte, in die Menschen zu schauen, Schicht um Schicht zu durchwandern, bis er zu den geheimen Sehnsüchten und ureigenen Bestandteilen vordrang. Seine Kunden sahen die dunkle Brille, die er stets trug, als einen persöhnlichen Spleen oder die Attitüde des Künstlers an. Nur der eine Mensch, der ihm als junger Mann geholfen hat, seine Gabe zu verstehen, wusste, wozu das monströse, getönte Ding diente.

    Um besser in den Menschen lesen zu können, schloss er die Augen und versenkte sich in die verschiedenen Ebenen, bis er genau das Bild fand, was seinen Kunden unendlich glücklich machte- auch wenn der keine Ahnung davon hatte, dass er es in sich barg.

    "Wenn ich ein Pferd gestalte, schlage ich einfach alles vom Stein weg, was kein Pferd ist". Wer sagte das, Michelangelo? Whoever, im Prinzip arbeitete er nach der gleichen Methode, enthüllte und befreite das Bild und absorbierte einen Teil seiner Energie, um es, verdünnt und verlängert wie eine Essenz, auf der Haut sichtbar werden zu lassen. Der surrende Apparat in seiner Hand war dabei das geringste Mittel, nur eine Hilfe zur Übersetzung der Energie.

    "Dieses hier will ich!" Er zuckte aus seinen Gedanken.Vor ihm stand die junge Frau und hielt ihm-surprise!- einen bunten Falter unter die Nase. "Auf der Hüfte?" Sie riss die Augen auf. "Sie sind wirklich gut! Und "True Colours" ist der Waaahnsinn! Meine Freundin hatte recht!" rief sie, eine Oktave höher, als angenehm gewesen wäre. "Macht 150 Euro und wir können gleich loslegen" knarzte er. Hierfür würde er sich nicht besonders anstrengen müssen, im Prinzip könnte er nebenbei seine längst fällige Steuererklärung machen.

    "Uh-jetzt gleich? Ok, machen wir es, bevor mich der Mut verlässt." Sie kicherte nervös.

    Kurze Zeit später lag sie seitlich vor ihm. Ihre Freundin, leicht blass, verdrückte sich derweil, "kein Blut sehen"-murmelnd in den Vorraum zu den Katalogen.

    "Los geht es" brummte er und warf den Apparat an, um Tätigkeit vorzutäuschen.    Er schloss die Augen, liess sein Bewusstsein in ihre Hautschichten sickern, durch die Gewebebahnen.  Wie erwartet fand er genug zuckerige Lieblichkeit, gemischt mit einer gewissen Leichtigkeit, dass die Konturen des Motives schnell vor seinem "Auge" deutlich wurden. Er holte Luft- sie ebenfalls, etwas gepresster- und liess die Nadeln in ihre Haut gleiten.

    Er griff nach dem Bild, sah genau hin und holte es an die Oberfläche. Eine Weile hörte man nur des surrenden Apparat und den einen oder anderen intensiven Atemzug.

    Plötzlich stutzte er. etwas kippte, etwas stimmte nicht. Sein "Auge" war gegen etwas Fremdes gestossen, das er nicht erwartet hatte. Er spürte ein Zittern, ohne sich die Mühe zu machen, herauszufinden, von wem es kam, griff tiefer...bis er das Gewebe, eine feine dunkle Verästelung im glatten Pink, deutlich spürte. Er versuchte, die an schmierige, dunkelgrüne Algen erinnernden Fäden zu fassen. Die Masse wehrte sich und er fühlte ihre vernichtende Bösartigkeit, die ihr Territorium nicht aufgeben wollte.                               

     Die Kundin wimmerte etwas, aber er spürte die Wichtigkeit, alles, bis auf den letzten schleimigen Schatten, zu erwischen. Die Nässe stand auf seiner Stirn, brannte hinter den getönten Gläsern in seinen geschlossenen Augen. Stück für Stück wickelte er die dünnen Fäden auf, absorbierte das Gewebe.                                                      

    Einen Moment lang wurde ihm schwindelig und er kämpfte mit aller Energie gegen die Substanz und die Schwere an, die in ihm aufstieg.

    Dann transformierte sich die bösartige Energie und floss als Farbe aus den Nadeln unter die Haut. Er spürte dankbar das Nachlassen des Druckes in ihm, das Entkrampfen der Muskeln, während sich das Bild füllte.

    Schliesslich beendete er mit einem tiefen Atemzug seine Arbeit.                        

     "Fertig" rief er rau in Richtung Vorraum.

    Die Freundin nahte klappernd und gespannt- und er konnte fast hören, wie ihre Gesichtszüge entgleisten. "Was ist das??" quietschte sie, während sie auf das schwarz und dunkelbraun geflügelte Wesen starrte.                                           

    "Ein Mohrenkopf, gehört zu den Nachtfaltern" antwortete er trocken.              

     "Was", kreischte die Frischverzierte, "ich wollte einen Schmetterling! Jetzt habe ich eine verdammte Motte auf der Hüfte!?"

    Ihre Stimme frass sich in seine Nervenbahnen und mit einer letzten Anstrengung griff er in ihr Bewusstsein. "Psyche unicolor" erklärte er cool, "jeder heisse Typ, der halbwegs bei Verstand ist, wird Sie unglaublich tiefgründig und unwiderstehlich finden".

    Die Kundin zögerte. "Sie meinen wirklich, dass..."  "Oh, sie werden sich vor Dates nicht mehr retten können."   Dass sie sie auch geniessen kann, da er ihr eben die bösartige Geschwulst entfernt hat, verschwieg er.





  • Ich kann auch morden... Aufträge werden über PN entgegengenommen :D


    Bis das der Tod...

    "Sie liebt den DJ..." Herzzerreissend schwallte der Wendler aus dem Kückenradio. Es tropfte förmlich direkt in ihr Ohr und zog eine bittersüsse leichte Spur durch ihr etwas ergrautes Gesicht.Kurzfristig entspannten sich die stets nach unten gerissenen Mundwinkel und liessen einen schönen Gedanken zumindest erahnen. Ja, so war das damals! Er stand da hinter dem Plattenteller und hielt die Party in Schwung und die Leute auf der Tanzfläche. Ab und zu schaute er zu ihr rüber und sie starb fast vor Aufregung. Was sahen sie beide gut aus! Und wie sehr wurde sie beneidet! Naja, darüber konnte sie sich schon lange nicht mehr beschweren. Wer sollte schon jemanden beneiden, der an so einem alten Sack festklebt, der immer noch den ganzen Tag vor sich hinwienert, derweil der Gatte die Pension geniesst, die Nase in irgendeinem Schmöker, die unvermeintliche Kippe im Mundwinkel oder im übervollen Aschenbecher vor sich hinqualmend. Unglaublich, dass einer, der Chemie studiert hat und jahrelang im Bundesamt über Umweltgifte hofhielt, immer noch an diesem Höllenkraut festhielt! Ihr blieb es überlassen, die Tabakskrümel aufzusaugen und das gelbe Zeug von den Fenstern zu kratzen. Wenn es wenigstens so eine schicke vanilleduftende Pfeife wäre! Aber nein, immer noch die Selbstgedrehte aus dem gleichen Zeug, das er schon als Student bevorzugte. Damals fand sie das noch lässig, wie er sich so nebenbei mit einer Hand so ein weises Würstchen in der Manteltasche drehte. Heute knirschte sie nur noch mit den Zähnen, weil sie wieder die gelben Flecken aus den Jacken schrubbte. Nützt ja nichts! Die Unterlippe schob sich vor, was die Mundwinkel ins Bodenlose fallen liess.

    Nun war es ja nicht so, dass sie sich grossartig beklagen konnte. sie hatten ein gutes Leben, stritten nicht und es gab reichlich Zeit für ihre jeweiligen Lieblingsbeschäftigungen. Aber nach 43 Jahren Zusammenleben war sie von ihm einfach satt. Sie ertrug ihn einfach nicht mehr. Seine Armbewegungen, wenn sie wanderten, seine Geräusche, die er beim Essen machte, seinen Geruch-seine blose Gegenwart! Konnte er sich nicht einfach in Luft auflösen, wie diese verdammten Kippen? Von hier aus konnte sie das Tabakpäckchen sehen. "Raucher sterben früher". Pffft! Wenn es mal so wäre! Wenn er einfach einen anständigen Abgang hätte, dann könnte sie weiterhin in ihrer gewohnten Umgebung leben. Die alten Freunde würden ihr erhalten bleiben, sie sogar eine Zeit umsorgen und bemitleiden, die arme Witwe...und es wäre endlich Frieden in ihrer Welt. Aber wahrscheinlich würde er aus purer Gewohnheit mindestens 90 werden, einfach, weil er Veränderungen so unbequem fand, und sei es das eigene Ableben.

    Seufzend griff sie nach dem Putzmittel. Da klebte ihr Blick auf der Dose mit dem Abflussreiniger fest. "Gesundheitsgefahr! bei unbeabsichtigtem Einatmen ist umgehend der Arzt aufzusuchen". Stand da. Leise glomm ein Bild in ihr auf. Er, wie er mit gelben Fingern sein Kippchen drehte- den Tabak im Blättchen verteilend, und es anschliessend durch Anlecken an einer Seite verschloss (es hing immer ein Tabakfaden heraus!). Sich zurücklehnte, die Zigarettenwurst anzündete, genüsslich die Giftschwaden einatmete. Wie seine Haut sich rötete, seine Augen hervorquollen, er mühsam nach Luft rang- versuchte, sie in die streikenden Lungenflügel mit Gewalt hineinzuzwängen, die einfach ihren Dienst einstellten und das taten, was er sich, Beamter, der er war, ein Leben lang versagte... streiken.

    Man müsste einfach nur ein bisschen davon in seinen Tabak streuen. Während sie den Herd schrubbte, malte sie sich das Bild bunter, mit der Vorstellung, das ganze Haus für sich zu haben... alleine den Tagesablauf zu bestimmen... die eigenen Urlaubspläne verwirklichen... ihre Falten glätteten sich ein wenig, die Augen leuchteten verträumt in die Zukunft.

    Durch Zufall fing er diesen Blick auf und schmunzelte in sich hinein. Aha, sie jagt wieder Wunschfalter! Weiss der Himmel, was sie sich da wieder zurechtspann. Wahrcheinlich wurde sie durch diese furchtbare, verblödende Musik inspiriert, die ihm so weit zum Hals raushing, das er sich ohne weiteres damit aufhängen könnte. Naja, das hatte er vor langer Zeit geehelicht, man hatte sich nun mal eingerichtet. Er tastete nach dem Päckchen Tabak, das neben ihm auf dem Tisch lag. Ohne hinzusehen fischte er sich seine Portion heraus, verteilte sie bröselnd auf dem Papier, das er anleckte und zuklebte. Dann liess er sein Zippo aufschnappen. Die Stichflamme beleuchtete einen Sekundenbruchteil ihr freudig erregtes Gesicht. Danach riss die Explosion des Gasherdes alles an sich. Ob es ein Leck gab, oder ob sie den Hahn beim Putzen versehendlich geöffnet hatte, war für beide nicht mehr so wichtig. "Wenigstens sind sie gemeinsam gestorben und bestimmt sind sie jetzt für immer beieinander" wird ein Freund später auf der Beerdigung sagen.





  • Oh Mann, welch eine unerwartete Wendung des Geschehens! Klasse, ungeschönt, direkt mit einem Hauch schwarzem Humor! :thumbs: 
  • Arghh!! So viel auf einmal... :shock:
    Nännern musst Du das immer Portionsweise servieren... :lol: :zunge: 
    Ich lese das im Urlaub... :cooler:
  • Dabei habe ich ganz langsam geschrieben...keine Sorge, das sind 'alte Geschichten, weiss nicht, wann die nächste kommt  :D
  • He E.T. schöne Geschichten, die du da geschrieben hast.
    Das erinnert mich vom Humor ein wenig an Roald Dahl.
  • Grrr, was mache ich jetzt wieder falsch?? Wollte euch was vorlesen und das per Handy Aufgenommene hier plazieren... File is Not allowed  :'(
  • edited 10:57 (13.09.16)

    Dann halt so...

    Redaktionssitzung (Als Hörbuch herunterladen)

    Es herrschte nahezu Stille im Besprechungszimmer. Hier und da ein wenig Gemurmel, das Klappern eines Kaffeebechers.
    Dann öffnete sich die Tür des Chefbüros. "So, ihr Lieben- hier habe ich die Hand-outs mit den neuesten Daten. Bitte lesen und nachfragen, sollte etwas nicht klar sein."
    Seitengeraschel füllte den Raum. Gemurmelte Bemerkungen, spitze Kommentare und manchmal auch zufriedenes Nicken rundeten das Bild ab.

    "Och nöö, warum muss ich inj den Kongo? Wäre es zuviel verlangt, einmal morgens in einer luxuriöseren Umgebung aufzuwachen, gut zu frühstücken- und mal nicht mitten im Krisengebiet?"                                                                                           
     "Du weisst, unser "kleines Familienunternehmen" zählt auf Deine Erfahrung und Anpassungsfähigkeit. Nächstes Mal geht es ins Königreich Norwegen, versprochen!"    "Wenn das mal nicht ´ne Falle ist..."                                                                     
     "Hör auf zu murren- schliesslich muss ICH mich wieder mit diesen fürchterlichen Pelztierfarmen befassen, Du hast viel mehr Spielraum!"
    "Schluss jetzt, die Herren, die Damen! Ihr wisst, dass es da draussen sehr viele gibt, die Euch um Euren EInsatz beneiden! Schlimmer geht immer."

    Es trat wieder Stille ein.Jeder beschäftigte sich gedanklich mit der vor ihm liegenden Aufgabe.
    "Hey, willst Du noch eine Zigarette?" Der Angesprochene schüttelte abwehrend den Kopf.                                                                                                                       
    "Nein danke, dann vertrage ich die Reise wieder nicht und bin schneller zurück als vorgesehen. Aber reich mir doch noch mal den Kaffee, die nächsten Nächte werden verdammt kurz."
    Er goss das heisse Getränk in seinen Becher, trank langsam, geniesserisch. Seine vorherigen Aufträge scrollten an ihm vorüber, er blickte auf seinen reichen Schatz an Erfahrungen zurück- gute, wunderbare, schreckliche und bedeutungslose.

    Schliesslich erhob er sich, seufzend. "Ok, ich bin dann weg.Bis demnächst, passt auf Euch auf!"  Einige Umarmungen, lächelnde Blicke, Hoffnung, Mitleid, Gleichgültigkeit.

    Er verliess den Raum, schlenderte langsam durch den dunklen Gang. Er legte seine Jacke ab, schlüpfte aus den Stiefeln. Leerte die Taschen, zog den Gürtel aus den Schlaufen. Ein Kleidungsstück nach dem andern liess er zurück, wärend er immer schneller durch den enger werdenden Gang eilte, bis er schliesslich rannte, immer weiter. Sein Atem schwoll an, füllte die Lunge, er lauschte auf seine gierigen Atemzüge, wohl wissend, dass es die letzten hier sein würden.                         

     Der Fussboden geriet in Schräglage, er rutschte mehr, als dass er lief, glitt schliesslich aus und schoss durch den immer enger werdenden Gang- ewig, so schien es ihm.
    Da, der Ausgang, er konnte den schnell sich vergrössernden Lichtfleck erkennen, spannte seine Muskeln an um sich vorzubereiten auf das, was kam.
    Da, jetzt steckte er fest, kämpfte, die Luft wurde aus ihm gepresst. Er wühlte sich vorwärts, mit aller Kraft, bis er plötzlich frei war und sein befreiter Schrei sich mit anderen mischte.

    Er öffnete die Augen. Über ihm ein leuchtendes Gesicht, müde und triumphierend, umrahmt mit wirren, feuchten Haaren.                                                                 
    "Hier haben SIe ihren Sohn, alles ist wunderbar" hörte er die zufriedene Stimme der Hebamme im Hintergrund. Und er fühlte die Umarmung seiner Mutter.
  • Kongo... Welch eine spät klar werdende Doppeldeutigkeit!!! Genial skurril und unerwartet!!! 
    :thumbs: 
  • Das wurde kurz nach dem Anschlag in Oslo geschrieben Anmerk. d.Red.  ;)
  • Ich liebe deine Geschichten.
    Gibt es eine Fortsetzung von 20 Cent?
  • Ich denke drüber nach :smile:  Momentan wabernde noch ein zweiter Teil von True Colours, ich kann ihn noch nicht ganz fassen, aber er kommt. Bis dahin liegt aber noch einiges auf dem Rechner, was ich hier lassen kann ( ich habe aber gerade keinen Überblick , was davon schon bekannt ist).
  • True Colours fand ich auch genial.  Traurig das die Geschichten sooo kurz sind. Ich glaube du solltest dich mal an einem Buch probieren.
  • Die Länge finde ich für hier super, kann man mal abends lesen. Knackig, nicht zu lang... :thumbs: 
  • schön geschrieben... :herz: 
    erinnert mich an meine geburt... :lol:

    kannst ja auch n komplettes buch schreiben... dein stil ist auf jeden fall gut... :thumbs: 
    und hier kapitel pro kapitel, bis es fertig ist... :dafuer: 
  • Vielen Dank, ihr Lieben, für Eure Rückmeldungen :herz: Ich habe ja eigentlich zwei angefangene längere Dinger hier rumliegen... aber das wird dann irgendwann Arbeit  :lol: Wünsche über 'Auftragsgeschichten' gerne per PN an mich- und wer etwas vorgelesen haben möchte, kann mir eine Whatsapp Nr schicken ( ich bekomme Sprachaufzeichnungen ja hier irgendwie nicht hinein)
  • ......ich bekomme Sprachaufzeichnungen ja hier irgendwie nicht hinein)
    Eusi, babe... wir sind hia nich bei facebook... :shock:
    du hast es hier mit Admins aus fleisch und stamina zu tun... :lol  :maennerpopo: 
    schick mir das teil mal per mail und ich bastel was, damits hier reinpasst!! :cooler:
  • edited 23:13 (7.09.16)
    Per Whatsapp wenn recht ist... ok, Demo läuft ( Redaktionssitzung gelesen)
  • Au ja, möchte auch ETs gute Nacht Geschichte!!!  :hurra:

  • Ich schicke dir was  ;) Jetzt gehe ich erst mal EISENKLOPPEN  :hurra: :klatsch:
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