Hättest, Hättest, Fahrradkette! (Lima 2016)

So, los gehts mit 2016!

Vorsätze:
mehr T... als 2015 (1405km laufen; 554km Rad; 19km schwimmen)
2 Einheiten Freeletics / Woche
30.04/01.05.16 gut durchkommen
18/19.0616 Spaß haben
7-10.07.16 überleben
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Kommentare

  • edited 19:11 (31.12.15)
    Was machst du im Juli?

    Hatt sich erledigt.
    Ist der Triple, wenn ich das richtig sehe.
    Einzelstarter? Ziehst du das durch? :shock:

  • So, die ersten zwei (ganzen) Wochen im neuen Jahr sind rum, uuuuuuund.... Überraschung, Neujahrsvorsätze halten noch!!

    Woche 1
    Laufen: 43,5 km, 3 Einheiten, 4:40:33h
    Freeletics: Athena 7:38, Morpheus 5:10

    Woche 2:
    Laufen: 31,8km, 3 Einheiten, 3:15:46h
    Freeletics: Krios 4:15, Persephone 8:36

  • Woche 3:
    Laufen: 9,7km, 1 Einheit, 2:15:33h (Hindernisslauf Training)
    Freeletics: ---

    Woche 4:
    Laufen: 16,8km, 2 Einheiten, 1:42:36h
    Freeletics: ---
    (Entschuldigung: Impfungen führen zur heftigen Muskelkatze...)

    Monatsvergleich Laufen 2015 - 2016:
    113km/10Einheiten - 101km/9Einheiten
    DRAN BLEIBEN!!!

  • So, bevor hier alles einschläft...
    Die Neujahrsvorsätze sind mittlerweile an Altersschwäche gestorben!

    In 2 Wochen steht der Regensburg Marathon (Heimspiel) aufm Plan, und ich wollte mal die "Form" (nennt man das trotzdem so wenn man nichts macht?) testen.
    Dazu standen Yassos 800er aufm Plan, kennt die jemand von euch T...freaks?
    Geplante Marathonzeit in H:Min durch Min:Sek ersetzen und eben 800m in der Zeit laufen. Dann die gleiche Zeit locker. Das ganze Ding mit 10 Wiederholungen.
    Letztens bin ich an der Zielzeit 3:30 nach dem 3. oder 4 Intervall kläglich gescheitert. Heute Zielzeit 3:40 ging locker flockig. Sind 10 Minuten in dieser Leistungsklasse wirklich so heftig? Oder hatte ich beim ersten Mal einfach einen schlechten Tag und bleib bei meinem 3:30 Plan?
    Viel Zeit zum testen bleibt nichtmehr, muss noch ein paar lange Läufe machen...
    Achja, hab heute die 200km/Jahr Laufmarke durchbrochen #letthebashingbegin :D


  • arghh... dabei war er früher ein anständiger junge!!! :shock: :lol:

    3:40...reschpeckt!!! :gott:

    3:30 Für 800 meter.. haha.. alter... eher kriegt Chantalle n baby... :lol: :shock: :lol:
  • oh oh, da hat ja jemand schon lang nichts mehr gemacht....
    Kurzzusammenfassung:
    08.05. Regensburg (Halb)Marathon 1:47h
    Für Marathon gemeldet, wegen akuter Erkältung auf den Halbmarathon umgemeldet. War heiß und scheiße anstrengend!

    18.06. 24h Lauf München 63,4km
    als letzter Test für Projekt "Triple XXX" gedacht, fuhr ich wieder einmal nach München in den Olympiapark. Als Altersklassentitelverteidiger wollte ich lediglich schauen, wie lang ich für die 3 Marathon brauche und auf dem Treppchen bleiben. Allerdings ist ein anderer mit mörderischen Tempo gestartet und führte das Feld lange als Gesamtzweiter an. Als dann später auch noch Regen einsetzte, der nicht mehr so schnell aufhören wollte, brach ich meinen Test nach knapp 60km ab. Verpflegungsstand ist eh viel schöner... Im nachhinein ärger ich mich dann doch ein bisschen, da ich seine 130km auch kann und es ein spannendes Rennen hätte werden können... Aber watt solls!
  • 60?? SECHZISCH!?!??! :shock:
    Und dann macht der nen 3fachen.... :shock: :gott:

    Lass Dir nicht zu lange Zeit mit dem Bericht, solange es noch frisch weh tut...:hurra: :cooler: 


  • edited 18:15 (1.08.16)
    ÄÄÄÄÄÄÄnd hier it comes - "Projekt Triple XXX"

    Vorgeplänkel:
    Vor langer, langer Zeit wollte ein Hand voll Cabas mal was längeres machen... einen doppelten Ironman! Gesagt, gebucht, gemacht... ohne mich, ich hatte andere Verpflichtungen. :schaem:
    Aber dieses Jahr wollte ich dann auch einen machen! Jetzt veranstalten die den aber nur alle 2 Jahre, und wie Sand am Meer gibts die Veranstaltungen eben nicht. Wenn man nicht unbedingt nach Lettland, Slowenien oder übern Teich will, gibts genaugenommen gar nix... also zwangsweise zum Triple upgraden. Und einen Ironman mehr oder weniger sollte auch nichts ausmachen, oder?
    Es sollte also der 1. Triple Ultra Triathlon in Bad Blumau (Steiermark) werden!
    *Zeitsprung*
    Das Training kam ständig zu kurz, Kurz vorher ist mir mein Betreuer abgesprungen, und, als würde das nicht reichen, war mein Radl total schrott. Also Optimale Vorraussetzungen! Improvisieren liegt mir jedoch ganz gut, und so schaffte ich es, bis zum Mittwoch, 06.07, ein neues Radl (was mir einigermassen passt, was ja nicht ganz einfach ist) zu organisieren und mein ganzes Gedöns auf einen Trolly und Rucksack aufzuteilen, um mit dem Zug anzureisen. Wie sehr ich improvisieren musste um das ganze Geraffel unterzubringen, kann sich jeder denken der schonmal einen Eisenmann gemacht hat und weiß was man so mitnehmen muss. Nur das ich eben das ganze dreimal machen sollte und deshalb noch ne kleine Campingausrüstung oben drauf kam  :shock:  

    So kam ich dann nach einer langen Fahrt in Bad Blumau (Steiermark) in einem fast leeren Fahrerlager an, das direkt an Rad- und Laufstrecke lag und mit Strom und Sanitäranlagen auftrumpfen konnte.
    Am Donnerstag trudelten dann die ersten anderen mit Ihren Betreuerteams ein, und wie in allen mir bekannten Ultra Veranstaltungen kam man schnell ins Gespräch. Und so bekam der "kleine Deutsche ohne Team" ziemlich schnell viel Hilfe und Anschluss von allen Seiten :thumbs:
    Nachmittags begann dann das Pflichtprogramm. Streckenbesichtigung, Registrierung (Verzichtserklärung, medizinisches Attest, Blutbild...), Rennbesprechung... und Athletenvorstellung. Wir saßen also alle in der örtlichen Therme Bad Blumau, was ein riesiges Gelände mit 4* Hotel komplett im Hundertwasserstil beinhaltet, und wurden alle 30 Starter einzeln vorgestellt. Nachdem unter den ersten Vorstellung bereits "Weltmeister Double", "Weltmeister Triple", "Weltrekordler Tripledeca", Vielstarter (über 30 Eisenmänner/Jahr), etc war, war ich mir irgendwie nicht so sicher auf was ich mich da eingelassen habe. Ich wurde dann als zweiter Deutsche und "Küken" bezeichnet, da der Altersschnitt doch weit wesentlich über meinen 27 Jahren lag. Später folgte noch ein nettes Buffett im Hotel (hatte ich die 4 * schon erwähnt? :D ) und das weniger erfolgreiche Fussball Halbfinale, wobei ich ganz froh war das es keine Verlängerung und Elfmeterschiessen gab, um einigermassen früh ins Bett zu kommen. Der nächste Tag sollte mein (bisher) längster werden....

    RaceDay's

    Morgens um 5.00Uhr weckte mich der Handyalarm, allerdings mehr durch die vibration, da ich es vorzog, mit Schlafmaske und Ohrstöpsel zu schlummern *hust*. Ich wollte in meiner hoffentlich letzten Nacht als „nurIronman“ auf Nummer sicher gehn und mich nicht von evtl schnarchenden Zeltnachbarn nerven lassen.

    Da meine drei Täschchen bereits am Vorabend penibelst gepackt wurden, konnte ich in Ruhe frühstücken und mich langsam Richtung Wechselzone zum BikeCheckIn aufmachen. Wobei das jetzt nicht der typische CheckIn war den ich von anderen Veranstaltungen kannte. Man ging einfach unterm Flatterband durch, hing sein Fahrrad irgendwo an einen Ständer und packte sein Zeug dazu... Fertig. Wobei selbstverständlich trotzdem Helmpflicht und nachts Beleuchtungspflicht herrschte!

    Langsam ging ich dann zum olympischen Schwimmbecken der Therme weiter, wo fünf abgeleinte 25m Bahnen mit 23°C Wasser auf uns wartete. Pro Bahn wurden bereits am Vortag 5 Starter nach ihren Ironmanschwimmzeiten eingeteilt, mit Badekappen farblich zu unterscheiden. Ich durfte auf Bahn "D" orange tragen, was mir auch unglaublich gut stand, und gehörte damit wohl zurm gemütlichen Truppe. Auf der einen Seite saßen pro Bahn zwei Stricher, auf der anderen die Betreuer. Ich zwängte meinen Biopren in den Neopren, und nach einer kurzen Ansprache des Moderators, der Thermenmanagerin und Andacht eines Geistlichen ging es für mich als Fleischwurst im Kunstdarm ins Wasser. Auf den "kurzen Distanzen" komm ich ganz gut ohne Einschwimmen zurecht, da wollt ich daran auch nun festhalten. Pünktlich um 7.00Uhr schallte AC-DC aus den Boxen und wir starteten unseren Wahnsinn. 11,4Kilometer, 11400Meter oder auch 456Bahnen. Badekäppchen gelb und blau waren recht zügig auf der Überholspur unterwegs, grün und pink durfte ich ab und an hinter mir lassen. Eigentlich wollte ich schwimmen, meine neue Garmin sollte Bahnenzählen. Nach einer halben Stunde hatte ich immer noch keinen Kilometer auf der Uhr, einer von uns machte seinen Job nicht ganz so richtig. Wir durften zwar jederzeit bei den Strichern nach unserer Distanz fragen, aber mit Ohrstöpsel und Bademützchen hatte ich die nette Dame auch bei der dritten Nachfrage immer noch nicht verstanden. Bevors peinlich wird: nett lächeln, winken und weiterschwimmen... wird mich dann schon jemand ausm Wasser ziehen wenns vorbei ist :)

    Ich wollte wirklich mal drauf achten, an was man bei so langen Sachen denkt, da ich immer wieder danach gefragt werde. Und beim schwimmen gibts ja wirklich überhaupt keine Ablenkung... keine Landschaft, kein Gesprächspartner, einfach nichts... Und ich hab jetzt tatsächlich keine Ahnung mehr, was mir die ganze Zeit durch den Kopf ging :schaem:

    Nach 3:15h hieß es für den ersten Italiener "First out of water", ich hatte noch etwas länger zu tun.

    Bei 3:42 durfte gelb, die Dame unserer Bahn das Wasser verlassen. Als der Inhalt meiner Trinkflasche langsam zuende ging, wurde vor mir endlich das lang ersehnte Schild "100m left" ins Wasser gehalten und nach 4:31:32 dufte auch ich die Sportart wechseln.

    Meine hochkomplexen Algorithmen sagten mir eine Schwimmzeit von 4:45 vorraus, eigentlich hatte ich aber überhaupt keine Ahnung. Ich bin eher so der "digital Schwimmer", entweder ich schwimm, oder eben nicht. Eine bestimmte Geschwindigkeit treffen wie beim laufen oder radeln kann ich beim schwimmen überhaupt nicht...

    Und da meine bisher längste nonstop Strecke lediglich 5km waren und im ganzen Jahr keine 8km zusammen kammen, hätte es überhaupt nicht besser laufen können!


    Im kleinen Wechselpavillion zog ich mich also zum Radfahren um, schnelle Wechsel werden bei solchen Distanzen überbewertet. Radhöschen, Söckchen, Schuhe, Portion Sonnencreme und Trikot an, Helm auf, Sonnenbrille auf die Nase und ab geht die Post.


    Schließen wir also mit dem einfachsten Part ab und kommen gleich zum schwersten: Rad fahren. Sage und schreibe 540km. Fünfhundertvierzig! Ergibt bei einer 3,7km Runde 146mal kreiseln. Die Runde kannte ich schon von den Vortagen, man kehrte zuerst der Therme den Rücken zu und verließ die Einfahrt mit Linksverkehr. Dabei kam schon der erste kleine Anstieg, nichts weltbewegendes, könnte aber nach 146Runden interessant werden. Links abbiegen, und über eine Brücke am Pferdegestüt vorbei. Dabei konnte man richtig gut druck machen, bis man am Kreisverkehr etwas abbremsen musste, um gleich wieder die erste Ausfahrt zu nehmen. Nach einigen hundert Metern auf der Landstraße mussten wir links in einen asphaltierten Feldweg schwenken und kamen am Sportplatz, meinem Fahrerlager, vorbei. Rechts auf die Hauptstraße einbiegen und ihr folgen. Durch das Fahrerlager im Dorf und einen langgezogenen Anstieg, wieder nichts schlimmes. Nachdem Bad Blumau hinter einem geblieben ist, geradeaus über die Kreuzung und mit Linksverkehr die Einfahrt der Therme runter brettern. Dort kam dann eine der wenigen Gefahrstellen, welche eigentlich keine sein sollte. Man fuhr durch das linke Tor hinein (durch das rechte später raus) und es folgte eine kleine Schikane, in der man ein wenig nach rechts schwenken musste. Eine eventuelle geradeausfahrt wäre unweigerlich am Bordstein zu Ende gewesen, was später Bernhard, der zweite Deutsche Startet, lernen sollte. Immernoch im Linksverkehr ging es durch ein Rondell, an dessen Anfang die Verpflegung und am Ende die Zeitmessung stand. Und so einfach konnte man bereits die erste Runde abhacken. So einfach sollte es aber nicht bleiben! Schon nach den ersten 30km hatte ich das erste tief. Mein Kreislauf war komplett im Keller. Im Fahrerlager stieg ich vom Rad und wollte mich setzen, sofort betreut von zwei angefreundeten Teams. Da meine Gesichtsfarbe wohl noch weiter Runden drehte, sollte ich mich kurz legen und bekam alles mögliche eingeflösst... Cola, Salzstangen, Gel, Vitamintabletten (ich denke zumindest es waren Vitamintabletten...)... Nach etwa 20Minuten hatte ich mich wieder gefangen, und stand vor der wichtigen Entscheidung: weitermachen? Laut meinem Plan wollte ich mit etwas unter 30km/h anfangen und allmählich langsamer werden. Ich war aber noch nichtmal bei einem 25km/h Schnitt und weit, weit von einem erkennbaren Ende entfernt. Aber ich WOLLTE dieses Ding eigentlich durchziehen. Nach den ganzen Steinen im Weg, wollte ich das Ding irgendwie durchziehen. Und noch ist bis zum CutOff Swim+Bike 38h noch jede Menge Zeit. Ich hoffte auf eine etwas kühlere und vor allem windstille Nacht. Auf der Landstraße nach dem Kreisel wars jetzt nicht stürmisch, aber es ist mir trotzdem gehörig aufn Sack gegangen.

    In den nächsten Runden pendelte ich mich auf einen 22km/h Schnitt ein, was Rundenzeiten von knapp unter einer halben Stunde entsprach. Abgesehn vom kurzen Auffüllen der Trinkflasche und Verpflegung lief es nach dem holprigen Start dann bis 240km ganz ok. Eine kurze Pause von 20Min nutzte ich nach mittlerweile über 12Stunden Renndauer, um mich für die Nacht zu wappnen. Martin, den ich mitsammt seinen Betreuern am Vortag kennen lernen durfte und direkt neben mir sein Quartier aufgeschlagen hatte, hatte kurz vorher die gleiche Pause eingelegt, und so kam ich in den Genuss eines voll durchgeplanten Boxenstopps. Zwei kümmerten sich um die Beleuchtung und Schmierung meines Radls, ich bekam einen Teller Nudeln mit Besteck in die Hand gedrückt und nebenbei wurden die Beine vom Physio gut gelockert. Als es weiter ging, hatten die ersten bereits ihre Lampen eingeschaltet, und da gab es sprichwörtlich unterschiede wie Tag und Nacht. Die einen hatten eine kerzenähnlichen Scheinwerfer, und die anderen einen 500Watt Halogenstrahler am Lenker montiert. Gerade auf der Ein- und Ausfahrt der Therme kam es dort öfters zu einigen Blindflügen infolge von Blendung, und sogar den ein oder anderen Sturz.

    Die Nacht verlief dann eigentlich ganz gut, nur mein Tacho hat mich wie die Garmin auf ganzer Linie verlassen und zeigte einfach irgendeine Distanz an. Mit meiner gefahrenen hatte die aber recht wenig zu tun. Die zwei Anstiege wurden von Runde zu Runde höher, manche hatten 3400hm über die 540km gemessen :shock:

    Am Samstag Mittag konnte ich dann nach 26:09:17h, was einem Schnitt von 20,6km/h entspricht, mein Radl in der Wechselzone abstellen und mit Gummiknien mich der dritten Sportart zuwenden. Ich durfte nur immernoch nicht dran denken war ich hier eigentlich gerade mache. Nach 540km Radfahren könnte ich jetzt irgendwo an der Adria sitzen. Aber nein, ich bin 146mal im Kreis gefahren und kenn die Strecke immer noch nicht. Auf einer 3meter breiten Straße treffe ich in jeder 2. Runde ein kleines Schlagloch. In wirklich jeder zweiten!, wie lernresistent muss man eigentlich sein?!

    Mein Plan sah zwar vor, nach 25h Stunden vom Radl zu steigen, aber die Grundlagen fehlten genauso wie beim schwimmen. Eine einzige Tour dieses Jahr über 100km, keine 300km gesamt gefahren. Die letzten 180km letztes Jahr bei der Challenge Roth.

    Ich darf mich gar nicht beschweren, im Gegenteil. Es dürfte überhaupt nicht funktionieren!


    Damit schliessen wir auch das härteste Kapitel diesen Wettkampfes ab und kommen zum laufen.

    Über 29 Stunden bleiben für drei Marathon – machbar?!


    Ich hing mein Radl also wieder an den Radständer und verschwand erstmal wieder im Umkleidepavillon. Here we go.... wobei die Betonung auf "go" liegt, viel "run" war nämlich nicht dabei! Die Wendestrecke führte vom Hotel weg erstmal an der Verpflegungszone vorbei, die ähnlich wie die Radlstation ausgestattet war. Es gab etwas mehr Obst und ne Gardena Gartendusche. Weiter gings über eine Holzbrücke, um das örtliche Bächlein zu queren, und da freute ich mich schon auf die Nacht... verschwitzte Klamotten, dunkel und Feuchtbiotop, und ich bin in der Regel der erste der zerstochen wird. Aber es ist ja noch ein bisschen Zeit bis zur Nacht. Also an der Schafweide vorbei, durch das kleine Zauntor abbiegen und am Reiterhof entlang. Kurz vor der Landstraße, auf der die letzten Radler noch Runden drehten, abbiegen und dem Weg erstmal weiter folgen. An der Unterführung um die Landstraße zu queren gab es eine kleine Engstelle mit steilem Abstieg (was auf dem Rückweg dann der Aufstieg wird...), welcher gleich durch eine etwas zerpflückte Wiese gefolgt wurde. Wäre das Wetter nicht so bombastisch gut gewesen, wäre der Abschnitt die Hölle geworden! Nach dem Taubenhäuschen kam der nächste kleine Anstieg, bevor langsam das Fahrerlager in Sicht kam. Auf der langen Geraden befanden sich die ersten Staffelzelte. Nach der Kurve folgte der längste Anstieg, gesäumt von Staffel- und Einzelstarterzelten. Hier wurde man regelrecht gefeiert, zumindest ich als Publikumsliebling. Zu dem wurde ich auserkoren, als sich herumsprach, das der kleine Deutsche, jüngster im Starterfeld, ohne Betreuer, mit nem Koffer und Rad, mit dem Zug anreist, sein kleines Zelt aufstellt, drei Ironman macht und mit seinem Koffer und Rad unterm Arm wieder heimfahren will... :cooler: Oben angekommen, einmal um das Wendehüttchen, und die ganze Strecke zurück. Diese 3,17km Runde eben 40 mal hintereinander durchlaufen, um auf drei Marathon zu kommen. Einhundertsechsundzwanzigkommasechs Kilometer!

    Mit den wackligen Knie vom Radfahren lief es sich eigentlich ganz gut. Die Anstiege wurden von Anfang an konsequent gegangen, in den Passagen dazwischen ging ich je nach Bedarf. Gerade der Anstieg im Fahrerlager wurde so fast schon zur Qual, die ganzen Teams feuerten uns Starter an, wollten uns rennen sehen und haben wohl nicht ganz bedacht, das wir uns seit über 30 Stunden im Wettkampf befanden. In der Abenddämmerung zog ich etwas langärmliges an, tränkte es fürs Feuchtbiotop mit Autan, setzte die Stirnlampe (war Pflicht zwecks fehlender Straßenlampen) auf und kreiselte in die Nacht weiter.

    Ich wollte eigentlich die erste Hälfte am Stück laufen, um dann eine etwas längere Pause zu machen und mich aufs Ohr zu hauen. Jeder, der mal nach der ersten durchzechten Nacht in die zweite starten will, kann vielleicht erahnen wie es uns ging. Nachdem ich den ersten Marathon kassiert hatte und für 2 Marathon knapp 23h bis zum Zeitlimit waren, wollte ich meine Pause doch vorziehen, um sie noch in der Nacht zu nehmen. Auf das nette Angebot der anderen Teams mich zu wecken verzichtete ich. Sollte ich nach 2h noch nicht wieder auf der Strecke sein sollten sie aber mal nach mir schauen... ZUM GLÜCK! Ich hab ja mal sowas von verschlafen...  :prinzessin2: Wach war ich irgendwie schon, nur hab ich den Wecker immer und immer wieder ausgedrückt und hab überhaupt nicht mehr realisiert das da gerade noch ein Wettkampf läuft. Nach 2h kam also die nette Betreuerin vom Nachbarteam und zog mich aus meinem Zelt. Was gibt es schöneres als morgens gleich mal gesagt zu bekommen, das da noch knapp 80km auf einen warten? Hilft ja nix, also wieder anziehen und los gehts. Heut abend hab ich das Ding in der Tasche!

    Zur Laufverpflegung hatte ich ja noch nichts weiter geschrieben... ist auch ziemlich einfach zu erzählen... schlichtweg wurde ALLES gefuttert. Nachts gabs für die Helfer Kaiserschmarrn. Ines, Schwimmleiterin und Deutsche im Exil, hatte ich schon extra schöne Augen gemacht um auch so eine kleine Portion zu bekommen. Vom Team nebenan gabs Nudeln und Pellkartoffeln. Ne Dose Ravioli hatte ich mir selber für die Nachtstunden aufgehoben, zum Frühstück gabs Pfannkuchen vom Team gegenüber. An Getränken gabs meistens Iso, ab und zu mal ne Cola/Wasser Mischung, morgens ne Dose vom Roten Stier. Man sieht, ich hab sehr bewusst auf meine Ernährung geachtet :klatsch:

    Auf den hinteren Plätzen gab es ein spannendes Rennen zwischen Johann, dem ältesten Starter, nem Japaner (anscheinend der erste Japaner der den Triple macht) und mir. Beim schwimmen und radeln war ich immer knapp 10min vor dem Japaner, beim laufen konnt ich allerdings nicht mithalten. Der spulte die Runden in einem wahnsinns Tempo ab, bis er dann ne Stunde nicht mehr gesehen wurde und irgendwo Pause machte. Das war dann immer meine Zeit um wieder ran zu kommen, bis er wieder 2-3 schnelle Runden drehte. Johann hatte beim schwimmen eher einen Badetag, ist dann richtig gut geradelt, gefolgt von einem Gewaltmarsch über 3 Marathon.

    Mit Krämpfen hab ich eigentlich überhaupt kein Problem, ich könnte jetzt nicht mal sagen wann ich den letzten hatte. Aber die letzten 20km war so ziemlich das schmerzhafteste, was ich je gemacht hab. Und ich würde jetzt nicht von mir behaupten das ich empfindlich bin. Ich weiß von meinem 24h Läufen, stehen bleiben in kurzen Pausen ist vollkommen ok. Sich für ein Nickerchen hinlegen funktioniert genauso gut. Nur auf keinen Fall hinsetzen! Jetzt gibts in 50h allerdings sachen, da muss man(n) sich auch setzen. Mehr schreib ich jetzt nicht dazu... ;)

    Für die letzte Runde verteilte eine Helferin Landesfahnen, die man dann noch knapp 3km durch die Gegend schleppen konnte. Nachmittags wars dann auch bei mir endlich so weit, und Ines, als meine Landsfrau bestand darauf, mir das Fähnchen zu überreichen.

    Der Zieleinlauf war recht unspektakulär, was da aber Emotional abgeht, wenn man nach 56:27h, fast 2,5Tagen Sport, drei Ironman Rennen, oder 11,4km schwimmen, 540km radeln und 126,6km laufen ins Ziel kommt, ist unbeschreiblich. Mein Nachbarteam, die mich von Anfang an superlieb betreut haben, standen im Ziel spalier. Der Willkommensbogen, am Anfang noch mit dem Veranstaltungsbanner "1. Triple-Ironman Bad Blumau" wurde nachts durch einen zweiten " You are a Triple-Ironman" ergänzt, was wir natürlich auch mitbekommen haben. Jetzt galt er aber tatsächlich mir!

    I DID IT! :cooler:



    *So, noch ist erstmal alles hingeklatscht, manches muss ich noch ergänzen/in form bringen...*






  • Das liest sich bis hier schon sehr spannend, lechz... :cooler:
  • edited 01:02 (15.07.16)
    "Schwimmen" oder auch "dereinfachsteTeil" hinzugefügt....
    *das wird echt n langes Ding*
  • Ah, Du machst das so... auch gut.... :cooler:
  • *update Rad fahren*
  • edited 18:50 (19.07.16)
    Waaah! Das ist schlimmer als die Fortsetzungsgeschichten damals!!!  Danke, dass du uns teilhaben lässt  :klatsch:
  • Wahnsinn!!! :gott: Du bist ja irre!!! 
    Wo bleibt der Laufteil???!!! :hurra:

  • ooohhh.....jetzt wollte ich den Bericht gerade goilen und hatte den schon gegoilt. Verdammt, wir brauchen HIER einen Mehrfach-Goil-Button!!
    Lima ist einfach so anders..... 
    11,4 km schwimmen und 540 Rad .....Alter du bist sooooo durch !!!
    Jetzt mach dich an die Fortsetzung. Ich will wissen wie "ES" gelaufen ist !! 
  • Ist doch ganz einfach, Lana:


    WER FINDET LIMA OBERGEIL!?!?? :hurra: :gott: 

    Bitte hier LECKEN!!! :hurra: :yau: :lol:


  • Ach wie cool, alles wartet auf meinen Bericht :cooler:
    *Laufen ergänzt, vllt kommt noch ein Nachwort

  • Geile scheiße
  • edited 00:39 (13.08.16)
    Soooo, it´s Raceweek... wiedermal :thumbs:
    das besondere daran: Daheim... das blöde: 4 Ironman in 5 Wochen klingt voll unspektakulär

    Ist schon was anderes, wenn man nirgends hinfahren muss, weiß wo alles ist, die meisten vom Orga Team persönlich kennt... 15Min mit dem Rad zum Schwimmstart, 15Min vom Ziel zu mir nach Hause in mein eigenes Bett.
    Am Donnerstag gleich die Startunterlagen abgeholt und mal geschaut was die so aufbauen... Zieleinlauf direkt vorm Dom, das wird schon richtig geil!
    Morgen noch Fahrrad und Laufsachen abgeben, abends mit Freunden die Stimmungsnester besprechen und gemütlich grillen, bis sie dann hoffentlich alleine zur nächsten Party weiter ziehen.... wobei...?
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