Des Diesels unheimlich heimlicher Trainingsfred

edited 19:18 (3.09.15) in CaBaNauTeN Blogs

Ist geheim-bleibt geheim. Ich hab ja eigentlich keinen Bock 2 Trainingstagebücher zu führen. Da ich meine einsamen Lauf-Kilometerchens nämlich schon beim KM-Spiel zum Besten gebe und dort eine lückenlose Dokumentation vorhanden ist. Aber es gibt eben Situationen, wo man sich mal öffnen muss, so mental, auch als Mann, hehe, und da mach ich das hier mal....

Kommentare sind auf jeden Fall eventuell willkommen.

10.4.15: Fuck, die 35Km laufen heute waren echt die Seuche. Bin erst nach 8km ins Laufen gekommen, aber bei km 15 war da schon ein Loch. Hielt sich so bis km 22. Dann, bei km 32 etwa war der Akku so leer, dass ich echt richtig fertig war. Da hab ich mir ein RedBull an der Tanke gekauft und ge-ext. Danach gings besser. Zuhause war ich so platt, dass ich sofort nach dem China-Mampf Essen eingeschlafen bin. 2 doppelte Espresso halfen mir wieder auf die Beine. Die Strecke ging über den Neanderlandsteig und war sehr verschlungen, sodass man eigentlich keine Meter machte, also nur Distanz. Da hätte man auch auf dem Sportplatz Runden drehen können. Echte Kopfsache.

13.4.15 Heute 1 Std.hinter ner Frisbee hergejagt wie blöde. Der Sportlehrer meinte, das wär gut für die Knochen. Komischerweise ging die Sprinterei echt ganz gut. Hatte ja erst gedacht, dass nach der 35kmKatastrophe vom WE die Luft schneller raus wäre. Bin zwar etwas angeplättet aber ok.

Hehehe. Gestern 14.4. Beim Lauftreff gewesen Gruppe 4. Alles tippi toppi. Keine Probleme, auch bergauf alle versägt. U-gäng war bei Pflegi mitm Rad und wollte evtl. vorbeikommen aufn PitStop, aber das Wetter war einfach zu geil um davon 1/2 h zu opfern für ne Quatschpause. (Vermutung) Kurzum. Alles geilo. Was war da also los am Samstag? Keine Ahnung aber: Ich werd wieder Kaffee, Gels und Energiedrinks auf die langen Dinger mitnehmen. Meine Maschine will das scheinbar so. 

16.4.15 Ein Fred ist ein Fred, ist ein Fred. Hehe. Heute PlitzPloink schnelle 8km mit Dampf auf der Sohle in ca. 45min. Das geht auch schneller aber: kein Bock. Will am Samstag was langes Langes abrocken. (ca. 60km möchten und sollen es werden.) Shaun-mamal...

18.4. Bin heute dann doch zum und mit dem Lauftreff los. Bin hin und zurück gelaufen. Macht schöne 31km. Irgendwie wollte keiner mit mir was noch längeres angehen. Ist auch egal. Nachdem ich mir in der Bäckerei ordentlich den Bauch vollgeschlagen habe bin ich die 6km noch tapfer zurück nach Hause gelaufen. Jetzt bin ich gefühlt etwas angeplättet aber noch lange nicht so wie letzte Woche. Da geht noch was. Also wenn ich jetzt müsste, mein ich...aber: die Badewanne ist nur 1,5 mtr. entfernt. Deshalb: ARSCHBOMBE!!! 

25.4.15 War am Dienstag mit MiPi wandern. War super. Haben R.u.H. gemacht in ziemlich genau 5 Std. Danach war ich zwar erstmal platt aber von den Gelenken her gings mir sehr gut. Als Testpiece hab ich festgestellt dass 50km/Tag wandernd machbar sind. Heute dann mit dem Lauftreff die übliche 2 h Runde irgendwo durch Hochdahl. Morgen Staffellauf beim Marathon in Düsseldorf. 

26.4.15 Die Staffel ist gelaufen. Ich hatte das längste Stück aber fast die schnellste Zeit. Wollte locker loslaufen aber nach ca. 2km merkte ich wie ich immer schneller wurde. Konnte das Tempo nicht merklich drosseln da hab ichs dann einfach laufen lassen. Schnellster gestoppter Km mit 4:40 min. Naja....Wettkampf eben. 

30.4.15 HÄ? Watt'n datt'n? Joh. War loope. Wie weit tut nix zur Sache. Bei der 7er Runde hab ich gut Schmotter gegeben und war früh zuhause. Hatte ja wieder eh keinen Bock aber damit ich nicht total verfette hab ich mich tatsächlich aufgerafft. War also ganz ok. 3 Tage später also heut am 30.4. wollt ich was Exorbitantes abrocken aber es sind 13km mit Gas aufm Fuss im Wald geworden. Fühlte sich zwischendurch irgendwie hilflos an wie ich dann beim Bergauflaufen plötzlich blutleer war. Aber der alte Kadaver hatte noch irgendwo heimlich Energie gespeichert und so kam ich nach wirklich sehr kurzen Verschnaufern auch flott wieder in Trab. Zeit hab ich keine genommen aber gefühlt muss es so 5-8 min. unter meiner PB gelegen haben. Und letztlich scheisst ja auch der Hund drauf, denn wer interessiert sich schon sonst dafür? Ich tus ja selbst nicht und das ist gut so. Laufen ohne Uhr und ohne Pulsmist ist eben immer noch das Geilste. 

10.5.15 JA WATT? Gestern voll Fucki Mucki. Hatte voll Druck am Fuss und musste unbedingt Leistung abrufen. Eigentlich wollte ich nach NL zum 24h Lauf aber dann hatte ich keinen Bock auf die elende Autofahrt. Deshalb war R.u.L. angesagt. Als ich in Langenberg ankam so frohen Mutes war das Wetter völlig Kacke. Also hab ich nach 2km wieder umgedreht und bin gefrustet zurückgefahren. Heute aber hab ich die Runde dann aber abgeknipst und die Zeit war Klasse. 4h für die 33km und die 1200HM. Hab sogar noch eine versteckte Schleife gefunden die ca.2 km mehr ausmacht. 

20.5.15 Sickfuckdalan. Das Knie tut ab und zu höllisch weh. Hab Scheiss Frisbee gespielt und danach ist es aufgetreten. Jetzt mach ich mal nen Termin beim Orthopäden. Boah ätz. So`n Kack. Kann ich ja garnicht drauf. Hab schlechte Laune deswegen, ist ja irgendwie verständlich, oder?

21.5.15 War grade mal ne 7er Dödelrunde abspulen um ins Knie mal reinzuhorchen. Was hat es mir erzählt? Ungefähr so viel wie 2 Doppelstinkefinger plus rausgestreckter Zunge und einem leisen "Du kannst mich mal" auf der Kniescheibe. Nee nee nee. Das ist nicht gut und besser wirds nicht. FUCK

22.5.15 War ne 7er Runde wandern. Allet juut. Also...

23.5.15 So. Aschgeleckt. Bin jetzt nachdem gestern alles ok war einfach mal nen 31er abspulen gewesen. Etappe 1&2 vom Neanderlandsteig. Mike meinte, dass das Knie evtl.nur ein bisschen aus der Pfanne heraus war. Ich hoffe, dass es so ist. Bis jetzt jedenfalls ist alles normal. Also Arschbombe! 

24.5.15 Was gibts da zu glotzen? Nachdem gestern nix nachkam hab ich heute zur Vorsicht nochmal 20K nachgeladen. Anfangs wars zäh später dann besser und die letzten 5K waren sowas ähnliches wie ein Homerun. Bin froh und happy dass das Knie mitspielt und nix nachkommt. 

31.5.15 Dicke Eier-Weihnachtsfeier. Hab ich Pfosten gedacht ich könnt am Schmitze-Backes vorbei. Johjoh. Nee. Ist aber nicht. Das Fuckknie schmerzt und ich leg mich in die Röhre. 

Aber ich war wieder mal nach sehr langer Zeit im Keller (29.5.&31.5.)und hab den Staub mal von der Rumpfmuskulatur gepustet. Dipse, viel Bauch und Rumpf und Brust. Schöööne Muskelkatze wohnt da jetzt drin aber so muss das halt. Geht ja bald wieder weg und kommt dann nicht so schnell zurück. Also Arschbombe. Was mich nervt ist, dass die Penner von frielätticks mir so'n Update geschickt haben und das Programm nun nicht mehr geht. Die Kohle ist futsch denn die haben die Proversion eingestampft bzw.wollen jetzt monatlich Geld dafür die Hohlköppe...

2.6.15 Ich nehms zurück. Bin wieder ins Programm reingekommen. Es funktioniert irgendwie. Und dann hab ich eben wieder damit angefangen. Aber es tut erstmal weh. Leben im Muskelkater halt. 

4.6.15 Heute war dann eben mal 50er Tag. Also 50 Situps, 50 Liegestütze, 50 Kniebeugen, 50 Climbers und -FUCK- 50 Klimmzüge für die ich 12 -FUCKige- Minuten benötigte. Auf Burpees hab ich mal verzichtet. Die 12 Minuten für die Klimmies sind nun echt nicht das, was ich gerne zugebe, aber nunmal Stand der Dinge. Mit den anderen Zeiten der Übungen bin ich so weit zufrieden. Schön wären ja 2 Blöcke á 25 Stück, aber das wird noch etwas Zeit und Schmalz bedeuten. Da weiss ich heute aber wirklich noch nicht, ob ich in der nahen Zukunft dazu bereit bin. 

6.6.15 Alles mal hundert: Pushups Burpees Squads und Bauch

11.6.15 Super! Hab ein Meeting verpasst weil ichs nicht aufgeschrieben habe und stattdessen mit da Goldfinger den Kellerwaldsteig in 4 Tagen abgeknipst. Inklusive 2 harter Biwaks allerdings nicht im Regen -wir hatten echt Klassewetter- aber naja. Biwak im Wald eben.  Erster Tag war Anreise sodass wir erst um 14 Uhr auf die Piste kamen. Distanz 32km. Zweiter Tag gewandert gesamt 52km, dritter Tag 46km und letzter Tag nochmal 47km. Hatte einen Track bei GPsies runtergeladen der echt fürn Arsch war. Wir sind aber immer schön nach den Wander-Schildern gelaufen, so wie es sich gehört und haben nix abgekürzt! Wenn wir falsch waren haben wir umgedreht und sind auf die Suche nach dem Schild gegangen. Also insgesamt haben wir 177km gemacht. Ich muss die Strecke aber noch glätten weil das Gerät ja auch die Verlaufer aufgezeichnet hat. Aber: die haben wir ja trotzdem gelaufen also werden die auch als Zug`n gezählt.

1.7.15 War ein paar Mal um den Block die 7km Runde laufen. Knie wird besser. Gewicht 94,5 kg. Also schon 3,5 kg weg. Ach so. War beim Doc. Geröngt und Ultraschall haben ergeben, dass der Spalt an der Kniescheibe im Moment zu klein ist und es da etwas scheuert. Verschleiss ist auf einer Skala von 1-10 eine gute 2. Also nichts was aus der Norm fällt. 

7.7.15 Hab jetzt schön vorsichtig -wie der Doc gesagt hat- immer nur die 7km gelaufen. Es funktioniert! Nix tut mehr weh. Werde die Distanzen aber erstmal nicht zu doll erweitern auch wenns manchmal schwer fällt. Maximal die 13er Waldrunde ist aber locker drin. Letzte Woche 4 Einheiten = 24km. Heute 7km.

8.7.15 Heuer mit -da Goldfinger- den  zweiten Abschnitt vom KLEEblatt abgelaufen=16km. Schöne Runde mit allem drum und dran. Gewicht: 94,5kg

20.8.15 So. Test Test Test. Ob ich hier einfach in meinem Stil weitermachen kann. Ergebnis ist, dass es geht. Sauber. Also werd ich wie gehabt hier so weitermachen. Das war der Plan. Gewicht: 92kg: YEAH. Da sind se weg- die 6Kg Fettschlotze.

21.8.15 heute 28km mit 550 HM in 3:06h. Passt!

22.8.15 BÄÄM heute morgen 91Kg. Das macht mich sehr stolz. Ich flieg die Berge hoch. Da geht ordentlich was.

23.8.15 Haben heute zu dritt ein fettes Testpiece abgelaufen. 16km + 950HM. Zeit war 3:06h. Hab hier leider keine Waage und kann so nicht kontrollieren wie es sich mit dem Gewicht verhält. Die neue Jacke von Berghaus ist 1a....

25.8.15 Heute noch mal nach Les Houches getrabt zum Beine ausschütteln. 13km mit 500 HM in 1:25 Std. Ergo: -Cremig! Ich mach hier GENAU SO! weiter wie ich angefangen hab. Ätsch. Notfalls lern ich programmieren. Hahaha.

3.9.15 der OCC ist abgehakt. Zeit: 9:43h. Jetzt wird Italien gerockt. Gewicht endlich mal gecheckt heute. BÄÄM=89,1Kg!!! Da sind wir ja fast schon beim Etappenziel angelangt. Coole Sache. Nur mit der Umstellung in fast jeder Woche 1 Kilo weggezaubert. Super. Es geht aber weiter bis 83kg.

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Kommentare

  • ... aber Du hast es durchgezogen und das zählt! 

    Aufi geht's zur nächsten Laufeinheit! 

  • Auf den Fred hier bin ich ja mal gespannt !

    Am Montag wollte ich das Stück Ballungsgebiet zwischen Neuss und Oberhausen schnellstmöglich hinter mich bringen. Aber ich kann gern mal zwischendurch auf ´nen Kaffee vorbeiradeln.

  • Hey Diesel, wenn du deinen einen Beitrag immer nur aktualisierst, bekommt keiner mit, dass du was machst... Und man kommt nichtmal dazu blöde Kommentare zu schreiben  :irre: 
    :grins:  hab grad erst entdeckt, dass du hier schreibst...
  •  :D Ja nu....der Name ist Programm. Seit aber DIESES FORUMSE wieder einmal ANGEPASST wurde, konnte ich den Beitrag nicht erweitern da dort plötzlich irgendwelche komischen Programmierbefehle (von denen ich nicht die leiseste Ahnung habe) rumeierten. DAMNED. Jetzt ist der Fred nicht mehr unheimlich heimlich.  :D  
  • Willstn heimlich haben, musst Du den in "pppsssttt" verschieben... :joint: 

  • Ja ich weiss. Und wenn keiner postet, weils ja keiner weiß, dann brauch ich das aber nicht. Ich lass es einfach laufen, wie es eben kommt.... ;)
  • He Diesel, schreibs doch einfach zuhause in ein kleines Heft.
    Wenn du dann immernoch Kommentare findest, weißt du zumindest, dass du überwacht wirst. :lol:
    Captn 
  • Na, ich sach ma', der ist "halbschwanger"... :lol:

  • musst auch was posten diesel, das wir kommentieren können... oder einfach nur bilder von deinem nackten oberkörper, die ich meinen salsamädels zeigen kann... hehe... :yau: :maennerpopo: :lol:
  • Ach komm...ich zier mich doch so....schon wieder naggeliesch? Nee nä.....
  • HER MIT DEINEN MUCKIES, DU GEILES STÜCK FLEISCH!!! :applaus: :titten: :lol2: :loldoppel: 

  • Bericht vom Pfälzer Weinsteig 100 Meilen Ultratrail [17.-18.Okt. 2015]

    Es wurde mal wieder Zeit etwas Exorbitantes abzurocken. Als ich so mit da Ronny durch die Wuppertaler Berge lief, auf einer unserer „längeren“ Einheiten, erzählte er mir, dass er zum Pfälzer Weinsteig dieses Jahr nicht antreten würde. Da ich mich zur Zeit so richtig gut fühle, mir das Laufen wie von selbst gelingt und ich mit dem OCC in Chamonix (53km+3300HM) und dem Eco-Trail Brüssel (82km+1100HM) schon 2 sehr anspruchsvolle „Trainingsläufe“ (man verzeihe mir die Verniedlichung)  absolviert habe, kam mir dieses „Monster“ gerade recht. Ich bat da Ronny, wenn er denn wirklich zurücktreten wolle, meinen Namen beim Veranstalter Günther Bruhn und seiner Frau Christine ins Spiel zu bringen als sein möglicher Nachfolger. Ich habe ja nun auch schon einige Erfahrung als RaceDirector beim KoBoLT gesammelt und Günther ist ihn sogar schon einmal bei mir mitgelaufen. Somit kannte man sich schon persönlich. Aber: so einfach ist das in der Ultralaufszene nicht mit den Nachmeldungen. Denn die meisten Läufe werden als sogenannte „Einladungsläufe“ ausgerichtet. Soll heißen: Entweder man ist gut gelitten (und kann gut leiden...hehe) oder man fragt höflich beim Veranstalter an, ob er einen denn zum Mitlaufen einladen würde, wenn man bereit sei, sich an den Organisationskosten zu beteiligen. Ausser man ist eventuell zu unerfahren für diese Distanzen oder irgendwie anders in Ungnade gefallen. Beides ist bei mir zum Glück nicht der Fall und so kam ich auf die Warteliste. Günther schrieb mir, dass noch 3 Leute vor mir dran seien. Das ließ mich hoffen und am 5. Oktober bekam ich grünes Licht und ich stand auf der offiziellen Starterliste. Boah...

    Als ich mir die Liste dann mal so anschaute erkannte ich dort jede Menge alter Haudegen aus der Ultralaufszene und einige sehr schnelle Leute. Mein Plan war von Anfang an: NUR ANKOMMEN UND NOCH AUFRECHT GEHEN KÖNNEN. DIE ZEIT IST EGAL. Das habe ich mir ziemlich feste vorgenommen. Meine Liebe -da Goldlocke- würde mich begleiten und mich supporten, soweit es geht. Das war ein großes Plus. Denn irgendwann bekommt man ja doch immer das arme Dier bei solchen langen Läufen und dann ist es einfach schön, wenn man jemand Vertrautes um sich weiß. Die Fahrt am Freitag in die Pfalz war unspektakulär. Bei der Ankunft wurden erstmal alle Hände geschüttelt und um 18:00 Uhr begann pünktlich das Briefing mit Günther. Er ist von Beruf Sicherheitsingenieur und er hat allen Anwesenden unmissverständlich klargemacht, dass er jeden aus dem Rennen nimmt, der Gefahr läuft sich zu schädigen. Das galt insbesondere für die CUT-OFF Zeiten an den VPs (Versorgungsposten). Es würde keine Ausnahme - für niemanden geben! Die sofort anschließende Pastaparty startete um 19:00 Uhr. Da Goldlocke und ich hatten uns aber mit Freunden, die in der Umgebung wohnen zu einem Restaurantbesuch verabredet und somit bekam ich am Vorabend des Laufes dann Steak statt Nudeln. Lecker und gut. Ich versuchte noch einige Kalorien in meinem Bauch zu bunkern für den Wahnsinnslauf am nächsten Tag. Geschlafen habe ich in der Turnhalle mit allen anderen mehr schlecht als recht. (Das werde ich beim nächsten Mal nicht mehr machen, sondern ich nächtige dann in der kürzesten Entfernung vom Start.) Ich wurde auf meinen Wunsch hin abends wieder ins Sportzentrum gebracht, welches extra für uns Läufer reserviert war. Geweckt wurde um 4:30 Uhr zum reichhaltigen Frühstück. Es waren keine Wünsche offen, alles war vorhanden was dazu gehört. Die Abfahrt des Busses der uns zum Start nach Schweigen-Rechtenbach unters deutsche Weintor bringen würde, war um 5:30 Uhr. Also fertigmachen, alles eintapen, alles einschmieren, Trinkblase füllen, Rucksack checken und der ganze andere Rest eben.

    Wir stiegen pünktlich um 5:30 Uhr in den Bus und fuhren ziemlich genau 1 Stunde zum Deutschen Weintor.

    Dort wurden nochmal alle Namen aufgerufen und mit der Liste verglichen. 44 Mutige wollten sich der immensen Herausforderung stellen. Es galt 170 Kilometer mit insgesamt 5600 Höhenmetern in einer Zeit unter 34 Stunden zu bewältigen. Insgesamt gab es 6 offiziell bemannte VPs für die Zeitnahme und dazwischen unbemannte VPs die nur als Wassertankstelle dienten. An einigen dieser unbemannten VPs lagen Zettel und Stifte in wasserdichten Boxen, auf denen man seine Ankunftszeit notieren musste. In der Pfalz scheint man viel für uns Lauf-Verrückte übrig zu haben, denn an allen Stationen klebten lediglich Schilder vom Lauf mit der Bitte, die Sachen für die Läufer einfach stehen zu lassen. Und: es  funktionierte!

    An der 3. Versorgungsstelle, bei Kilometer 84 war die Drop-Bag Station. Hier konnte man seinen Drop-Bag in Empfang nehmen den man vorher mit seiner Startnummer versehen hatte und in den man Sachen reinpackt, die man nicht die ganze Zeit mit sich herumschleppen möchte. Also z.B. frische Socken, trockene Klamotten, Riegel, neue Schuhe, sowas halt. Jeder Läufer hat da so seine Vorlieben und Eigenarten, was er oder sie sich da reinpackt. (siehe meine vorherigen Berichte: bei mir immer bepackt nach DropBag Liste Standard!) Die bemannten VPs sind reich bestückt mit vielen leckeren und nahrhaften Sachen.

    Joh. Dann war um 7:00 Uhr der Start und wir rollten an. Da es noch dunkel war liefen alle mit Stirnlampe. Die erste VP war gefühlt schnell erreicht. (wer meine genauen Zeiten einsehen möchte kann das gerne auf der Homepage des Laufes tun: https://www.facebook.com/Pfälzer-Weinsteig-100-Meilen-Ultratrail) Jedenfalls ließ ich es einfach sanft rollen durch den toll herbstlichen Pfälzer Wald und freute mich, dass es ein so schöner Lauf war. Ich hatte zwar vorsichtshalber meine Trekkingstöcke mitgenommen, aber ich war am Anfang doch etwas hochnäsig sie für die, meiner Meinung nach, kurzen Anstiege zu aktivieren. Ich würde dann nicht mehr so bequem auf mein GPS Gerät schauen können, welches ich zur perfekten Orientierung mitgenommen hatte. Denn seit ich mit GPS laufe (ein anständiger, aufgespielter Track vorausgesetzt) tendieren meine „Verlaufer“ gen Null. Damit sinkt erheblich der Frustlevel. Das kann ich jedem nur empfehlen, der eine bestimmte Strecke absolvieren möchte. Nun ja. Ich machte mich ganz gut auf der ersten Hälfte des Rennens und absolvierte diese in 12:36 Stunden. Also 84km + ca. 2300 HM und ca. 2,5 Std. vor dem CutOff.  Und das Beste: ich fühlte mich wie frisch aus dem Topf. Keine Ermüdung, nix kaputt, alles super. Das funkte ich da Goldlocke und einigen meiner engsten Freunde per SMS. Da war mir klar. Hier gehste nicht ohne Finishershirt nach Hause.

    Jetzt wurd`s aber auch langsam dunkel...und nachts ist der Pfälzer Wald mit Vorsicht zu geniessen. Ich habe nach ca. 2000 absolvierten Höhenmetern beschlossen, nicht mehr so hochnäsig zu sein und ab da die Stöcke benutzt. Probleme mit der Wegfindung gab es ab und zu auf einigen Abschnitten. Entweder waren die Bäume mit den Markierungen umgestürzt, oder abgesägt, die Markierungen verblichen oder verwittert oder garnicht vorhanden! Hab ich schon erwähnt, wie gut so ein GPS ist?  Irgendwie schließen sich ab und zu einige Läufer zusammen und bilden eine Zweckgemeinschaft. Ich hatte komischerweise immer Leute um mich herum in der Nacht, die KEIN GPS dabei hatten. Es ist trotzdem nicht einfach dem Weg zu folgen, wenn die Markierungen und der Track auf dem Gerät voneinander abweichen. Ich bin dann im Zweifel immer dem Symbol des Pfälzer Weinsteigs gefolgt.

    Irgendwann war es Nacht, die übrigens mit 4-6 Grad Celsius bitterkalt war und in der ich mich bestimmt 3 Mal zum Powernappen (kurze Schlafpause von ca. 10-15 min.) in meinen mitgeführten SurvivalBiwaksack auf eine Parkbank legte. Doch irgendwann war es wieder Tag und die Sonne ging auf. Meine Durchschnittsgeschwindigkeit sank in der Nacht von vormals 6,7km/h auf 5,2km/h. Aber ich konnte immer noch laufen und das tat ich auch, denn sonst würde ich es wohl doch nicht schaffen. Das war meine größte Befürchtung. Nachts im Wald zu laufen, auch wenn man eine gute Stirnlampe hat, ist immer sehr gefährlich. Wenn frisches Laub auf den Wegen liegt, verdeckt es die Löcher und da macht man eventuell einen fatalen Fehltritt und muss evtl. aufgeben. Das wollte ich unbedingt vermeiden und so gab ich mich mit weniger Kilometern in der Nacht zufrieden.

    Irgendwann war es „nur noch“ ein Marathon. Diese Erkenntnis war schon gigantisch. Ich weiß von mir, dass ich einen bergigen Marathon in so ziemlich 6-7 Stunden laufen kann. Normalerweise. Aber eben nicht mit 128 Kilomter Anlauf! Ausserdem kamen plötzlich irgendwelche ganz fiesen Berge!! Und so langsam war dann auch doch mal mein Akku leerer. Ich bekam ständig so richtigen Hunger nach was Herzhaftem. Die ganzen süßen Riegel hatte ich schon die ganze Nacht durch gefuttert und die konnte ich echt nicht mehr sehen. Dann wartete da Goldlocke an einer VP auf mich und sie hatte etliche leckere Sachen dabei, die sie für mich gekauft hatte. Welche Wohltat! Da waren es laut Ausschreibung noch 24 Kilometer bis ins Ziel. Ich hatte noch genau 5 Stunden Zeit. Bei einem Schnitt von jetzt 5,0 km/h sollte das passen. Unter Laktateinfluss arbeitet mein Gehirn verzögert, aber DAS zu rechnen bekam ich noch irgendwie hin. Und die letzten 12 Kilometer sollten flach sein und asphaltiert. Nun denn, auf in den Kampf. Hilft ja nix. Und so trabte ich an in Richtung Burg Battenberg. Unterwegs kam die Müdigkeit nochmal richtig durch und ich machte einen letzten Powernapp in gewohnter Manier. Dieses Mal direkt neben einem Plätscherbach auf einer Holzbank. Nach exakt 10 Minuten ging es weiter und ich war wieder frisch. Als ich in der Burg Battenberg ankam, musste ich erstmal ein paar Krokodilstränen auf die Jacke meiner Super-Supporterin tröpfeln, weil ich echt Angst hatte es nicht mehr zu schaffen. Da waren es noch 2:10 Stunden bis zum Ende und –jetzt kommts- mein Gerät zeigt mir eine Distanz von 14,89 Kilometern an. Da hab ich mit allem Schluss gemacht. Innerlich wie äußerlich. Ich schnürte meine Schuhe und lief los wie ganz früh morgens. Und ich lief ein ordentliches Tempo. Und, es ging! So lief ich ca. eine halbe Stunde und machte gut Meter. Nur noch 9 Km...kurze Verschnaufpause bei einem kleinen Stück bergauf. Und weiter...Zack. Nur noch 4 Km nach der nächsten halben Stunde. Da war mir klar. Der Drops ist gelutscht und der Zieleinlauf ist Mein. Günther wollte bei der „Bewerbung“ von jedem ein Lieblingslied angegeben haben. Ich nahm Queen mit: I want it all. Und so kam ich auf den Sportplatz in Obersülzen eingelaufen, natürlich hatte man mich schon von Weitem entdeckt und da erklang dann der Song von Queen. Bevor ich auf die letzte Stadionrunde einbog, habe ich mir vorgenommen ins Ziel reinzuspringen. Denn so habe ich den Lauf empfunden. Als wenn ich durch eine Mauer springe.

    Diese letzte Runde mit dem sicheren Sieg über mich selbst und mit der von mir gewünschten Musik ist unbeschreiblich. Ich rannte frei, fühlte keine Last. Und dann sprang ich mit Vollgas durchs Ziel. Wahnsinn.

    Insgesamt waren es für mich 172 Kilometer mit 6200 Höhenmetern und meine Zeit war 33:28 Stunden. Ich belege den letzten Platz in der Wertung. Von den vormals 44 gestarteten Läuferinnen und Läufern erreichten 19 ihr Ziel dieses Mal leider nicht. Ich hab Günther schon im Ziel direkt nach dem nächsten Jahr gefragt....

     

    :schiffsdiesel

     

     

     

     


    Foto: Gabi Gründling





  • Mein allergrößter Respekt geht an dich Sir Da Diesel !
    Gruß Warrior
  • :shock: Sauber. 100 Meilen ist ein ganz schönes Brett
  • Obergoil !!!
    Und richtig geiles Finishfoto  :klatsch:
  • Hehe... siehste? Hättste das "kleine Mettbrötchen" miteinpacken sollen... :lol:
    Meine Herrn... nach dem ganzen Scheiß dann auch noch n Karatesprung über die Ziellinie... :shock:
    RESPEKT, Diesel... :respekt: :applaus: 
    :titten: 


  • Hey Diesel,
    Respekt, hast Du super gemacht.
    schön, dass es bei Dir wieder läuft.
    denk Dir doch mal ne gemeinsame lustige Aktion aus...
  • :gott: Respekt vor dieser Leistung.
    Und Danke für den ausführlichen Bericht :klatsch:
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