Das ist witzig. Bei Facebook gefunden. Wenn euch mal langweilig ist:
Ich teste den "Fachkräftemangel"
Ich bewerbe mich absichtlich bei Firmen, bei denen ganz offensichtlich nicht der Markt das Problem ist – sondern HR.
Überall wird gejammert: „Wir finden keine Leute!“
Fachkräftemangel hier, Nachwuchskrise da, keiner will mehr arbeiten, bla bla.
Und dann redet man mit Kollegen aus genau diesen Firmen. „Wir suchen seit Monaten!“ – sagen sie.
Gleichzeitig kenne ich qualifizierte Leute, die sich dort bewerben. Gute Profile. Passende Erfahrung. Motivation. Und was passiert?
Keine Rückmeldung.
Wochenlanges Hinhalten.
Nach zwei Gesprächen einfach Funkstille.
Und das ist kein Einzelfall. Das zieht sich durch Branchen. Selbst im Handwerk – wo angeblich jeder genommen wird, der geradeaus laufen kann – werden Leute mit Ausbildung und Erfahrung geghostet.
Irgendwann habe ich angefangen, genauer hinzuhören. In manchen Firmen hört man intern schon raus: „Ja, HR ist halt… schwierig.“ Prozesse dauern ewig. Entscheidungen versanden. Kommunikation existiert praktisch nicht.
Und genau bei solchen Buden bewerbe ich mich.
Nicht überall. Nur da, wo das Problem offensichtlich hausgemacht ist.
Ich nehme bewusst Positionen, für die ich klar überqualifiziert bin. Mein Lebenslauf ist nicht subtil. Ich weiß, dass ich reinpasse. Ich weiß auch, dass sie eigentlich suchen.
Und dann lasse ich das Spiel laufen.
Wenn sie sich Zeit lassen – lasse ich mir Zeit.
Wenn sie Druck machen – bin ich „in Abstimmung“.
Wenn sie nachhaken – „Ich prüfe gerade mehrere Optionen.“
Und wenn ich merke, dass der Prozess wieder ins Chaotische kippt, steige ich aus. Mit einer sehr höflichen, sehr professionellen Begründung à la:
„Nach eingehender Betrachtung habe ich mich für ein Unternehmen entschieden, dessen Bewerbungsprozess strukturierter und wertschätzender gestaltet ist.“
Manchmal frage ich mich, ob ich übertreibe. Aber dieses ständige Narrativ vom Fachkräftemangel, während gleichzeitig passende Bewerber ignoriert werden, ist einfach absurd.
Vielleicht gibt es einen Mangel.
Aber ganz sicher nicht an Fachkräften.
Eher an funktionierenden Personalabteilungen.