Eusebia Tesaurus schrieb:
So, nee, jetzt mal aus aktuellem Anlas und gegen den obrigen Post...
ich hatte gestern mit Shorty diskutiert, er hat ein paarmal berichtet, wie unglaublich übel die Arbeitsmoral in seinem Laden sei. Das geht schon in Richtung Arbeitsverweigerung. Wenn es nicht zusätzliches Geld gibt, wird nix getan, also auch nicht mal über den Tellerrand geschaut, um seine Arbeit nach vorne zu bringen. Nutzen wird offenbar nur monetär gesehen, solche Dinge wie Lernzuwachs oder Betriebsklima (die ja direkt Gewinn für den arbeitenden sind) oder gar Identifizierung scheinen nicht vorhanden. Shortys These: Das sei überall so, so sei unsere Gesellschaft.
Meine Erfahrungen (komplett anderer Arbeitsbereich) sind ganz andere und ich sehe in meinem Umfeld viel persönliches Engagement, ohne persönlichen monetären Nutzen.
Jetzt mal von eurem großartigen Spendenlauf abgesehen.... wie sind eure Erfahrungen? Wie ist "die Gesellschaft"?
Ich glaube es kommt auf den Laden drauf an.
Bisher durfte ich meist mit sehr motivierten Leuten zusammen arbeiten. Bei meinem früheren Job hatte ich einen Mitarbeiter, der kurz vor der Rente stand. Der hat aber bis zum Schluss noch Gas gegebern und sogar noch neue Sachen gelernt.
Es hängt halt viel an der Führungskraft. Es heißt ja auch people join companies but leave managers. Wertschätzung ist sehr wichtig und die Mitarbeiter müssen das Gefühl haben etwas sinnvolles zu tun.
Geld als Motiviation demotiviert langfristig alle ink. dem beschenktem.
Wenn man einem Mitarbeiter eine Prämie bezahlt, sagen wir weil er eine schöne Software zur Optmierung der NO2 Emissionen geschrieben haben. Dann motiviert das den Mitarbeiter natürlich erst mal. Wer freut sich nicht, wenn er Geld bekommt. Gleichzeitig fragen sich aber seine 10+x Kollegen aber, warum sie nicht auch was bekommen, wo sie auch schöne Software geschrieben haben. Wahrscheinlich bekommt der Mitarbeiter die Prämie auch nur, weil das gerade zufällig das dringendste Problem des Unternehmens war. Vielleicht hatte auch ein anderer eine schöne Hardware Lösung erdacht, die aber mehr Geld gekostet hätte........
Gut jetzt könnte man denken, das spornt dann die anderen an, mehr zu tun.
Aber der Beschenkte macht vielleicht im nächsten Monat/Jahr wieder gute Arbeit. Nur diesmal gibt es vielleicht keine Prämie, weil die Lösung gerade nicht so dringend gebraucht wird. Weil er aber irgendwie mit der Prämie gerechnet hat, ist er jetzt auch demotiviert.
Eine andere Anekdote war die vom Jungen mit der Steinschleuder:
Ein Angler sitzt am Fluss und angelt. Da kommt ein Lausbub und vertreibt mit der Steinschleuder die Fische. Der Angler steht auf und gibt dem Jungen 10 €. Der Junge wundert sich. Da sagt der Angler: "Das fand ich total Klasse von Dir, wie Du die Fische vertrieben hast. Dafür gibt es 10€".
Am nächsten Tag kommt der Junge wieder. Er vertreibt wieder die Fische. Der Angler steht wieder auf und der Junge freut sich schon auf weitere 10€.
Der Angler sagt aber: "Das war ja ganz nett, aber heute gibt es nur 2 €". Da sinkt die Laune vom Jungen schon.
Trotzdem kommt er am nächsten Tag und vertreibt wieder die Fische. Wieder steht der Angler auf. Er sagt dem Jungen aber: "Tut mir leid das hat mir heute nicht gefallen, dafür gibt es nichts."
Darauf kommt der Junge am nächsten Tag nicht mehr.
Ist vielleicht nur eine blöde erdachte Geschichte. Sie soll aber zeigen, wie man mit Belohnung aus einem intrinsich motiviertem Kind (will den Angler ärgern) über extrinsische Motivation (Geld) demotiviert.
Jetzt hab ich nix über die Gesellschaft geschrieben. Öh keine Ahnung: Ich zitiere mal Marc Uwe Kling: Es solche und solche aber das sind die schlimmsten.