Soweit, so gut hat ziemlich gut geklappt. Heute war es wirklich eine Frage des Hirns; die Flasche wurde nicht weggepackt, höchstens, um eine weitere aus dem Rucksack zu ziehen, damit man nicht mehr in den Modus kommt, keine Energie zum rausholen zu haben. Essen ging nur bis VP 3 gut, danach habe ich nur Wasser/Iso nachgekippt. Die Strecke war größtenteils ganz nett, aber für diese Hitze eindeutig zuwenig Schatten (Memo an mich: das nächste Mal einen Baum mitnehmen.
Mein Hirn ist gerade etwas Mus, darum weiß ich nicht genau, wann was war. Aber der Rookie, den Diesel mir geschickt hat, war ein guter Moment, Tempo zu drosseln. Furchtbar jung und offenbar furchtbar unerfahren. Seine Kumpels haben ihn mitgeschleppt und ich meine, bei meinem km 25 schlörrte er auf mich zu und fragte, wie ich das machen würde (Diesel, den hattest du engagiert, oder?😁). Seine Füße (in Schuhen, die bislang weder gelaufen noch längere Strecke gegangen sind) würden platzen und er hätte verschlafen und wäre nicht beim Start sondern etwas später dazu gestoßen. Ich habe dann versucht, ihm die Dinge zu erklären, was gerade passiert, dass es bei der Hitze total normal ist, wie er sich fühlt. Hab ihn ausgefragt, versucht, positives zu finden. Bei VP 3 ließ er sich abholrn, bos dahin habe ich ihn sicher geleitet. Kurz nach diesem VP, ca km 33, traf ich jemand anderes zu quatschen. Auch das erste Mal auf Langstrecke, aber schon mal deutlich mehr im Leben, eigene Wohnung, arbeitet mit großem Spielzeug irgendwie im Hafen (oderauf der Werft?) und war nebenbei Sani.
Was total praktisch war, weil bald darauf eine Frau am Rand umkippte. Christina hat gleich ein Kühlpack vorgezaubert, ich habe ihr von meinen Elektrolyten gegeben und wir haben sie auf dem Boden gelagert. Die Sanis waren zum Glück nicht weit (Christinas Kollegen) und sie lief eben rüber, wärend ich Rückenlehne war (sie lag erst flach, dann hatte sie sich hinsetzen wollen und ihr wurde gleich wieder küselig). Nachdem die Sanis (Shoutout an all diese ehrenamtlichen Helfer
) übernommen haben, gingen wir in gutem lockeren Tempo weiter. Christina war körperlich gut drauf, aber mental bröckelte es ähnlich wie bei mir. Also haben wir uns bis zum nächsten VP quatschend motiviert, dort wollte sie länger ausruhen und danach ihr Hörbuch (Todesmarsch von S.King, sehr motivierend, sagt sie
) weiter hörren.
Christina, ich hoffe, du bist gut gelandet🤗
Die letzten 7 km waren mental gar kein problem, aber körperlich schon herausfordernd. Also nicht nur die Hitze, sondern was so ein Körper dann alles zu meckern hat. Da aber der Kopf klar war, ging das.
Ich war die ganze Zeit auf Wohlfühlgeschwindigkeit gepolt und habe mich eingebremst, wenn das Rennschwein wieder durchkommen wollte.
Und ich war das erste Mal wieder richtig stolz, als ich durchs Ziel lief (Memo an mich: es ist ein Unterschied, ob man den Moment genießt oder ihn sich durch das Handy versaut).
Jetzt sitze ich im Zug und kühle mein Knie, was nicht furchtbar weh tut- aber die Idee, die Beule wegzulaufen, hat nicht so geklappt
Ich werde vielleicht demnächst mal meinen Hausarzt damit nerven, der Orthopäde hat ja erst im Juli (oder war es August?) für mich Zeit.
Aber das nur am Rande, ich jammer nicht- und ich habe diesmal auch nicht einmal laut geflucht. Vielleicht etwas gegrummelt, dass man an VP 4 zu den Dixis nur über eine Böschung kam.
Schön wars, trifft es nicht ganz..es gab wirklich schöne Momente, aber hauptsächlich war es eine Schlacht. Gegen Wetter, gegen Ego. Und ich habe gewonnen