Ach Scheiße….das war vorhin die nächste Stufe von dem Gefühl, was sich vorher schon eingeschlichen hatte. Ich hatte eben einen Breakdown. Der zweite Tag mit volle Möhre Sonne, die Grundstimmung ist gut, die Specials, die die Kids so zwischendurch bieten, konnten alle locker abgefedert werden. Schulende, alle Schööler weg, alle anschließenden Handgriffe sind gemacht. Zwei Kolleginnen reden, ich lehne mich kurz an die Küchenzeile… da zieht irgendwer den Stecker. Ich kann mich nicht bewegen, mein Hirn läuft noch leise mit, ansonsten bin ich nur noch Mitreisende. Irgendwann kommt ein günstiger Impuls von aussen, ich sehe einen Krümel auf der Arbeitsplatte, greife mechanisch zum Lappen. Damit komme ich wieder als Kapitänin zurück, sammel mich langsam ein, kann wieder alles ansteuern. Verabschiede mich (die Kolleginnen haben zum Glück nichts gemerkt, reden immer noch), nehme mein Zeug, schlurfe langsam zum Rad. Erst schieben, als das geht, aufsteigen und langsam losfahren. Mit der wachsenden Kontrolle kommen die Tränen. Bis zum Laden (muss noch Frühstück für Montag holen, sonst vergesse ich es) habe ich mich gut im Griff. Sammel meinen Einkauf zusammen. Treffe jemanden, wechsel ein paar Sätze- und muss spontan abbrechen, weil das bisschen gesammelte Energie schon wieder aufgebraucht war. Zuhause Katzen begrüßt, mechanisch Brot geschmiert, Tee gekocht. Jetzt sitze ich noch einen Moment, bevor ich ins Auto steige, um zum Blonden zu fahren.
Was hat das mit dem Fasten zu tun?
Dass ich lange keinen Kaffee hatte, war gut, denn sonst wäre ich nicht soweit gekommen.Koffeein gibt keine Energie, er schlägt nur welche im Körper frei, die hinterher ggf fehlt. Aber es ist mir noch nie passiert, dass der Einbruch kam, wenn ich noch auf Arbeit war! Normalerweise geht es durch die Aktivitäten Rad fahren und zuhause Sachen zusammen suchen und es passiert erst, wenn ich mit dem Auto an der Pferdewiese stehe. Dann brauche ich schon mal ne Ecke, bis ich aussteigen kann.
Der Süßkram ist, wie ich weiß, Treibstoff, den ich brauche, um die Maschinerie am Laufen zu halten. Nicht zuviel, das scheint die Verspannungen noch zu erhöhen und ausserdem möchte ich ja das Schiff selbst steuern. Aber wenn mir das oben geschilderte noch mal passiert, breche ich ab. Das hat nichts mit Enzug zu tun, sondern mit Stoffwechselprozessen in mir, bei denen ich Hilfe brauche.
Ich hoffe, ich habe euch nicht erschreckt, es ist auch nichts das ich nicht kenne. Aber jetzt konnte ich gerade fast in Echtzeit beschreiben, wie so ein Breakdown abläuft (das war noch keine Depression, denke ich, die läuft noch mal ne Nummer härter, mit ganz üblen Empfindungen und Gedanken).
Also, long Story short, ich mache jetzt noch mal weiter, aber wenn noch ein Schub kommt, breche ich ohne schlechtes Gewissen ab (es ging mir ja um Lernerfahrungen).